Ich hab im Traum geweinet

Heute Nacht träumte mir, dass Denise - die Mutter meiner neugeborenen Tochter und meine langjährige Muse - einen anderen Mann liebt. Und damit nicht genug! Meine große Tochter Rubini, mein Busenfreund Axel (der Pate von Meerane), mein Bruder Reyk, mein musikalischer Kompagnon Gensicke und die „Sister of Death“, meine Schwägerin Miriam, tauchten ebenfalls in diesem Stresstraum auf. Alle diese Menschen, die einen großen Raum in meinem Herzen einnehmen, rissen mir das selbige in den heutigen Morgenstunden entzwei. Zeigten Verständnis für die Tat der herzlosen Denise, priesen unumwunden und ohne jedes Mitgefühl die mannigfaltigen Vorzüge des neuen Kerls. Ich wurde ausgetauscht. Auf der ganzen Strecke!

Nun liege ich seit einer Stunde wach und werde noch immer von schweren Nachbeben geschüttelt. Man muss nicht sonderlich befähigt sein, um diesen Traum zu deuten. Das ist ganz offensichtlich die Verarbeitung unterschwelliger Schuldgefühle. Die Muse wohnt plötzlich in einem anderen Leben, unsere Tochter ist fast drei Monate alt und über die Hälfte ihres Lebens habe ich schon verpasst. So war es auch bei den anderen Kindern, und so bin ich auch jedes Mal in der Partnerschaft zu ihren Müttern gescheitert. Ich bin zwar ein brauchbarer Jäger, aber ein ganz miserabler Sammler. So klappt es auch mit dem Geldsammeln nicht so gut. Wie gewonnen, so zerronnen. Es wäre sehr hilfreich, wenn ich es mir leisten könnte, mal für ein Jahr die Waffen niederzulegen.

Und weil meine Musicalkarriere vorerst beendet ist, muss ich nun wieder verstärkt durch die Gegend tingeln. Meistens mache ich das im Duo Infernale, mit André Gensicke am Klavier. Hier ersetzt der Pate von Meerane meine Denise als Dolmetscher und Tourbegleiter. Das macht er sehr gut, trotzdem fehlt mir die gewohnte Nähe zur Muse. Die wilde Freundin ist eine wunderbare Mutti geworden. Unsere Tochter Mimi entwickelt sich prächtig, und ich habe das Gefühl, dass wir die neue Situation sehr gut meistern werden.

Endlich Sommer!

 

Das Duo Infernale geht also neue Wege. Zum Theaterfrühling im Brandenburgischen Viesen kam es Ende Mai zu einer außergewöhnlichen Session zwischen uns, dem Theatermusiker Ludger Nowak, dem König der Cellisten Sonny Thet und dem von mir sehr geliebten Schauspieler Matthias Brenner. Unter der Regie von Katja Schröder wurde „Rockin‘ Poetry“ uraufgeführt, ein musikalisches Schauspiel um Edgar Allan Poe. Allen Beteiligten verlangt es nun nach Wiederholung!


Viesener Theaterbühne mit: Andre Gensicke, Sonny Thet, Matthias Brenner, Ludger Nowak und Dirk Zöllner (v.l.)

 

Außerdem spielte das Höllenduo & Band Anfang Juni im Vorprogramm von Nena in Jena und anschließend in Echzell bei Frankfurt am Main. Andy Bayless an der Gitarre und Jenne Brüssow am Bass. Unser viel beschäftigter Schlagzeuger Ralf Gustke wurde hier 1A von Heiko Jung ersetzt. Es war uns ein Fest!

Im Rahmen meines Engagements für KARUNA, einer Vereinigung, die sich für seelisch obdachlose Jugendliche einsetzt, kam es zu einer neuerlichen Begegnung mit der wirklich noch sehr gut aussehenden Nena. Ihr ehemaliger Manager, der bekannte Fotograf Jim Rakete, hat den betroffenen Jugendlichen ein Gesicht gegeben und im Rahmen einer Pressekonferenz haben wir auf die seelische Verarmung unserer Gesellschaft  aufmerksam gemacht. Informiert Euch! www.karuna-berlin.de 

Anfang Juli begleitete mich das Kammerorchester der Dresdner Philharmonie zur Klassiknacht am Blauen Wunder.

Unter Leitung des Konzertmeisters Wolfgang Hentrich konnte ich acht Zöllnertitel vortragen, die von Michael Fuchs und meinem Namensvetter Dietrich Zöllner extra für diesen Abend arrangiert wurden. Auch das war mal wieder Neuland und somit sehr aufregend. Auch hier hoffe ich dringend auf Wiederholung. Jedenfalls sind auf allen Wegen neue Freundschaften entstanden, die mir das Leben noch reicher machen. Danke schön!

Konzertmeister Wolfgang Hentrich - immer standesgemäß!

 

Auch mit dem neuen Zöllneralbum geht es allmählich voran. Nach der erfolgreichen „Farmlandsession“ im März dieses Jahres haben wir uns zur „Odenwaldsession“ zusammengefunden. Vielen Dank an Christian Voigt, der uns seine schönen Räume Ende Juni für umsonst zur Verfügung stellte:

Die Band verbrachte hier ein paar selige Tage inmitten der Fußballeuphorie. Bei den Schlandspielen waren wir natürlich inmitten des Fanvolkes, in den Gassen von Heidelberg.

Schlaaaand!

 

Jedenfalls stehen etwa 20 Songs zur Auswahl, nur ein paar Texte muss ich noch nachliefern. Und natürlich muss sortiert werden. An der technischen Front und an den instrumentalen Overdubs werkelt Gensi im eigenen Offbeatstudio, während ich die Hilfe meines Freundes Robert Gläser suche. Wir entwickeln parallel im Studio von Christoph Falckner Spezialeffekte, Chöre und Sologesänge. Christoph entpuppt sich hierbei als Geheimwaffe. Außerdem kann er genau wie wir auch mal 14 Stunden am Stück arbeiten.

Die Titel „Sand“,  „Gefesselt“ und „Viel zu weit“ sind neu arrangiert und könnten ebenfalls einen Platz auf dem neuen Album finden. Auch ein paar alte Ideen, wie „Lass es zu“ und „Russendisko“ -  die bisher nur live gespielt wurden - sind im Rennen. Die meisten Ideen aber stammen von Gensi, und ich bin sehr angetan über die neu erwachte Kreativität meines musikalischen Lebenspartners.

Nun sind wir aber erstmal gemeinsam auf Ostseetour, und die erste Rutsche liegt hinter uns.

Ausflug mit Arnulf Wennings Yacht

 

Es ist großartig, hin und wieder auch ein wenig skurril. Wir können mit jeder Situation spielen. Es gibt immer wieder herrliche musikalische Spontanbegegnungen. Danke an Steff (Drums) und Matthias (Kontrabass), die uns in Dändorf so herrlich ergänzten, und an Thomas Braun, der uns in Kühlungsborn mit seiner Geige bereicherte.

Stolzer Vater und Tochter im Duett

 

Auch Tourmanager Axel und Merchandiserin Rubini heizen gelegentlich hervorragend mit. Alle Konzerte bisher waren proppevoll...

Hiddensee Wieseneck: vorne rechts im Publikum Arnulf Wenning, dahinter Tina Torge und noch einige bekannte Gesichter!

 

... nur in der Kulturschmiede Stralsund wurde leider komplett auf Werbung verzichtet. Immerhin kamen noch fast 50 Freunde nur über unsere eigene Internetwerbung! Mit denen haben wir dann ein Familienfest im Biergarten gefeiert. War am Ende auch schön - auf jeden Fall sehr speziell.

Gensi und Axel sind in der Spielpause kurz nach Hause gefahren, und ich habe die seit vielen Wochen ersten freien Tage mit meiner großen Tochter in Götemitz auf Rügen verbracht. Denise ist zu ihren Großeltern im Erzgebirge gefahren, die wollen die kleine Mimi auch mal begutachten. Dann haben wir mit frischen Kräften noch das Konzert in Zingst absolviert, Open Air vor vollem Garten.

We have connection to the moon with the middlefinger!

 

Der etwas flüchtige Abriss meiner Aktivitäten ist der fehlenden Zeit geschuldet. Die vielen Aktionen verstellen mir den Blick aufs Detail. Es ist wie auf einer Party, bei der mehr als 5 Leute zugegen sind. Man quatscht in einer Tour, aber nicht wirklich.

Am Ende hat man sich mit Niemandem tiefer verständigt. Ich merke es aber gerade noch und versuche, nicht komplett an der Oberfläche zu schwimmen. 

Geschwindigkeit ist ein Laster. Es macht mir Spaß, meine Gedanken mit euch zu teilen, und ich freue mich sehr über jede Reaktion. Im Übrigen haben mich auch die anderen Laster wieder eingeholt. Doch die Pfunde wollen mich bisher trotzdem nicht wieder verlassen. Was soll's – das Leben ist schön!

 Euer Dirk Zöllner

 

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