Jesus Christ Supersternchen

Seit über drei Jahren gebe ich nun schon die Rolle des Erlösers in Andrew Lloyd Webbers Rockoper Jesus Christ Superstar. Die Leidensnummer ist angesagt, ich habe Erfolg damit. IC Falkenberg behauptete schon bei unserer gemeinsamen Tour vor sieben Jahren, die Grundessenz meines Erfolges beim Publikum sei die Darstellung der Niederlage. Die Leute sähen es gern, wie ich mich auf der Bühne zerstöre. Ich war damals etwas irritiert von der Äußerung meines geschätzten Kollegen. Heute sehe ich klar. Bei ihm ist das nämlich genauso, nur er ist sich dessen noch nicht bewusst.

Auf keinen meiner Newsletter konnte ich so viele Reaktionen verbuchen wie auf das „Furzkissen“, in dem ich meinen künstlerischen Niedergang auf einem Ärztekongress exhibitionistisch beweinte. Sogar einige Kollegen erwiesen mir ihre Kondolenz. Wenn ich Erfolgsmeldungen herausbringe, reagiert da keiner, obwohl ich auf kollegiale Huldigung sehr viel mehr erpicht wäre. Aber das Unglück garantiert nun mal grundsätzlich Publikumsinteresse, man erlebt es ja bei jedem Unfall auf der Straße! Kein anderes Ereignis kann spontan einen derartigen Massenauflauf verursachen.

Tut mir Leid für Euch, leider habe ich diesmal nichts zu bieten! Seit der Nummer mit dem Ärztekongress ist heile Welt. Sogar das Klassentreffen war große Klasse! Zum revolutionären Wahlkampf für die Linken sind Zöllner & Söhne luxuriös mit dem Nightliner vorgefahren.

Und abgesehen davon, dass die Kurzauftritte revolutionär gut entlohnt wurden, haben sie auch noch allen Beteiligten Spaß gebracht. Überhaupt sind wir mit unserem Israelprojekt zu guter Letzt noch mal zu ganz großer Form aufgelaufen. Der letzte Auftritt in Finsterwalde schafft es unter musikalischen und emotionalen Aspekten in meine ewige TOP 40. Leider gibt es nur ein paar wenige verwackelte Bilder. Die Muse hat viele Talente, Konzertfotos zu machen, gehört eindeutig nicht dazu. Falls jemand diesen Abend noch festgehalten hat, darf er gern mit uns allen teilen.

Auch der Jesus in Pforzheim wird wieder gefeiert. Meine Kinder sind gesund. Meine Freundin liebt mich.

Für die Weiterarbeit an einem neuen Zöllneralbum leide ich momentan einfach nicht genug. Und wie schon erwähnt – es fließt so wenig Blut, dass ich Euch auch hier nicht wirklich mit Sensationen dienen kann. Kann nur ein paar Problemchen aufblasen. Für ein paar Amokläufchen in Familie reicht es gerade noch. So unter der Kategorie „falsch ausgedrückte Zahnpastatuben, Fußnägel auf dem Badewannenrand und ähnliche Katastrophen“. Ich will doch eigentlich noch die Welt verändern. Aber nicht heute! Heute will ich erst mal den neu erworbenen PAX-Schlafzimmerschrank von IKEA aufbauen.

Tschüss!
Euer Zöllner

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