Fitnessstudio

Wird das jetzt mit 3 x s geschrieben?
Ich weiß es nicht wirklich, aber mit Sicherheit weiß ich, dass ich vor genau 14 Jahren im Januar 95 zum ersten Mal eines betreten habe. Von Ehrgeiz getrieben, erkämpfte ich mir bis zum Sommer  70 Kilo + Waschbrettbauch. Diesen präsentierte ich dann  bei jeder Gelegenheit auf der Bühne. Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für unsere Band.

Mit Erreichen meines Zieles wurden die Besuche des Fitnessstudios natürlich radikal heruntergefahren, bis mir mein Bruder und Manager eines noch durchaus warmen Spätsommertages das Anlegen von Oberbekleidung als Bühnengarderobe nahe legte. Egal, ich hatte meinen Moment.
Nie wieder habe ich ähnliches geschafft, aber immerhin schwankte mein Körpergewicht in den Jahren immer so zwischen galanten 75 – 78 kg. In Zeiten unglücklicher Liebe war es sogar noch ein wenig weniger.

Seit nunmehr 3 Jahren kann ich meine Beziehung erhobenen Hauptes als harmonisch bezeichnen und ich finde dadurch wenig bis gar keinen Antrieb für unnatürliche körperliche Ertüchtigung. Na gut, einmal im Jahr geh ich mit meinen besten Freunden Klaffi und Yogie für ’ne Woche auf Fahrradtour. Meine junge Freundin kommt aus Sachsen und kann hervorragend kochen. Sie isst auch selbst sehr gerne und viel, bleibt aber frecher Weise rank und schlank. Ich nicht. Das muss wohl am Alter liegen.
Nach der weihnachtlichen Stollen- und Mürbeteigplätzchenorgie hielt ich es für angebracht, meine Fitnessstudioabneigung zu überwinden und den Ort des Grauens erneut aufzusuchen. Der Gang auf die Waage brachte die Wahrheit brutal ans Licht:
83 Kilogramm. Nackt.

Okay, es traf mich nicht unvorbereitet, denn die Bilder meiner Liveshows deuteten schon einige Zeit auf eine körperliche Veränderung meinerseits hin. Entschuldigt, liebe Liebhaber meiner Musik, ich habe eure Fotoarbeiten zuletzt nur überflogen.
Weil mich der einsame Kampf an den Geräten anödet, besuchte ich heute einen Gymnastikkurs namens „Bodyart“. Etwa 30 Menschen, im Alter zwischen 40 und 70 Jahren, turnten nach Vorgabe einer Trainerin eine Stunde synchron ihren Namen.
Unter Einsatz all meiner Kraftreserven konnte ich eine halbe Stunde mehr schlecht als recht mithalten, dann ging nichts mehr. Ich ächzte und zitterte. Nur ich! Hass!
Dabei habe ich nun schon eine ganze Woche keinerlei Alkohol zu sich genommen!

Die Aftershowparty der Gedenkfeier zu Cäsars 60. Geburtstag am 07.01. im Leipziger Anker war maßlos. Ein würdiger und äußerst gelungener Konzertabend, inszeniert von Simone Dake, der Witwe des im Oktober 08 verstorbenen Kultstars.  Ich durfte mit seinen Titeln „Cäsars Blues“ und „Baggerführer Willi“ daran teilhaben. Eine große Ehre für mich, zumal ich genau diese Lieder seit frühester Jugend liebe. Mein Vater hatte den Amiga –  Sampler  „Hallo Nr. 4“ und wir haben dazu immer gemeinsam abgerockt. Darauf musste ich nun einen heben und natürlich noch mehrere auf Cäsar, mit all den alten, von mir verehrten und trinkfesten Rockern.
Ein wehenartiger Ganzkörpermuskelkater bahnt sich an, ich muss schnell ins Bett. Übermorgen, am 15.01. ist Mugge in der Leipziger Moritzbastai, glücklicherweise Sitzmugge  - 7Sündenmusiklesung mit Gensi an den Tasten und meiner dünnen Freundin Denise als Vorleserin.

Am Freitag, den 16.01. COMMode in Gera (mit Maximilian Wilhelm und Volkmar Haupt im Vorprogramm) und am Sonnabend, den 17.01. Kleinkunstbühne in Rudolstadt mit dem Duo Infernale mit Gensi. Die Könige der Verwöhner.

Dazwischen ist erstmal Pause, Gensi macht Vaterschaftsurlaub und ich lass mich im freiwilligen Exil von der Muse küssen. Ich hoffe, die Ausbeute ist nicht so mager, wie selbige! Ein Songbuch soll entstehen.

Freundschaft! Und noch ein gesundes neues Jahr wünscht Euch
Dirk Zöllner

PS: Hier noch ein kleiner Nachgeschmack der Zöllnerschen Weihnachtsfeier:
www.youtube.com/watch?v=m0RNIa6VFgY
Unter dem Fenster klickt man am besten „Watch in high quality“, dann sieht’s NOCH schöner aus!

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